Schlosskonzert 18. Juli 2004 im Spiegelsaal des Schloss Neuhaus

Programm

JOHANN CHRISTIAN BACH (1735-1782): Sinfonia für Doppelorchester D-Dur op. 18 Nr. 3
CHARLES GOUNOD (1818-1893): Petite Symphonie für Bläser
OTTORINO RESPIGHI (1879-1936): Antiche arie e danze
JOHANN CHRISTIAN BACH (1735-1782): Sinfonia für Doppelorchester Es-Dur op. 18 Nr. 1

Die beiden Sinfonien für Doppelorchester des op. 18 in D-Dur und Es-Dur stammen aus Johann Christian Bachs reifster Zeit. In diesen in den Jahren 1774-77 entstandenen sinfonischen Werken hat sich sein Stil zu einer "feingeschliffenen, prickelnden Rokoko-Kunst, durchtränkt von schwärmerischer Sinnlichkeit" sublimiert. Vor allem in den langsamen Sätzen entfaltet er den ganzen Zauber seiner süßen italienischen Melodik, gepaart mit deutscher Gemütstiefe.
Johann Christian Bach war der jüngste und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts berühmteste der vier Söhne Johann Sebastian Bachs. Er wird auch der "Mailänder" oder "Londoner" Bach genannt.

Die französische Musik im 19ten Jahrhundert war geprägt von der Oper. Nur wenige Komponisten waren an Symphonien oder Kammermusik interessiert, da Opern Ruhm, Popularität und Vermögen versprachen. Charles Gounod strebte zwar auch nach diesen Erfolgen, hatte aber weitergehende Interessen als die meisten seiner französischen Zeitgenossen.
Die "Petite Symphonie" verdanken wir seinem Freund Paul Taffanel (1844-1908), dem großen und sehr einflussreichen Flötenlehrer am Pariser Conservatorium, für dessen Blasorchester Gounod dieses Stück schrieb. Seine Instrumentation lehnt sich eng an einige von Mozarts Bläserserenaden an. Die "Petite Symphonie" ist die Heraufbeschwörung einer vollständigen klassischen Symphonie en miniature vom Blickwinkel des späten 19. Jahrhunderts: feinfühlig, bewegend, und elegant farbig. Der Eröffnungssatz beginnt mit einer haydnesken langsamen Einführung, bevor er in ein formales Sonate-Allegro übergeht. Der langsame Satz hebt insbesondere die Flöte von Taffanel hervor. Das Scherzo gibt sich eher als Jagd denn als ein klassischer Tanz, aber es enthält ein vollständiges Trio und eine Wiederholung. Das Finale ist angefüllt mit überschwänglichen Synkopen und Stakkatos, die zum gemeinsamen Vergnügen das gesamte Ensemble durchlaufen.

Ottorino Respighi studierte zuerst Violine und Viola, ging dann zu Rimskij-Korsakov nach Moskau, der seinen Kompositionsstil stark beeinflusste, und später noch zu Max Bruch nach Berlin. Sein umfangreiches Schaffen kann in zwei Hauptgebiete gegliedert werden, die römische und die gregorianische Periode. Zu ersterer gehören seine sehr häufig gespielten Orchesterwerke "Fontane di Roma" (1916) und "Pini di Roma" (1924), zu letzterer die vier sinfonischen Impressionen "Antiche Danze ed Arie per liuto" (1917, 1924, 1932), das "Concerto Gregoriano" (1921) und die Oper "Lucrezia" (1937), die mit ihren dramatischen Rezitativen entfernt an Monteverdi erinnert.